Verstehen – Ängste

Angst überwinden. Zukunft erfinden. Hoffnung begründen

Was wir nicht verstehen, macht uns Angst…

Unsere menschliche Welt ist vielen im Land inzwischen undurchsichtig geworden. Und tatsächlich wird kaum ein Mensch heute alle Zusammenhänge begreifen, die politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich und vor allem im Kontext globalisierter Finanz- und Kommunikationsströme auf unser Leben einwirken.

Warum es gelingt, mit Hunderten von Milliarden Euro Banken, Unternehmen oder ganze Volkswirtschaften zu retten, andererseits aber für Menschen in Not, beispielsweise für Kinder in unserem Land, die von Armut bedroht sind, nicht ausreichend Mittel zur Verfügung stehen, warum nicht genügend Mittel für Schulen, Bildung und Ausbildung oder bezahlbaren Wohnraum da sind, das kann wohl vor dem Hintergrund der von der EZB gestreuten Billionen Euro niemand verstehen.

Die bisweilen von der Politik vorgebrachten Begründungen, diese Einrichtung und jene Bank seien eben systemrelevant und ihre Rettung (=Finanzierung) sei deswegen alternativlos, trifft bei vielen Menschen inzwischen auf kein Verständnis. Viele verstehen dann nur noch, dass sie selbst nicht relevant sind und damit womöglich wertlos.

Wo Menschen auf Funktionen beschränkt werden in der Darstellung durch Politik und Wirtschaft, begreifen sie sich zunehmend auch als Funktionsträger und sind ohne diese Funktion (ein) Nichts. Selbst die ins Land gekommenen Flüchtlinge wurden von einer Reihe von Politikern vielfach nicht einfach als Menschen in Not und Verfolgung gesehen, sondern als künftige Rentenzahler, als notwendige Facharbeiter oder als »Auffüllmaterial« für demographische Fehlentwicklungen im Land beschrieben.

Aber uns geht es doch gut …

Uns in Europa, erst recht in Deutschland, geht es gut. So heißt es jedenfalls immer wieder in Politik und Wirtschaft, sogar in diversen Zeitschriften. Nur ist »gut« längst kein absolutes Wort mehr. Es ist zum Vergleichswort geworden. Und die Vergleichsparameter liegen in der Hand der Bewertenden.

Gut geht es den meisten – sogar obdachlosen – Menschen in Deutschland im Vergleich mit vielen Menschen Afrikas – als Beispiel. Allerdings ist das für Menschen in unserem Land eine vollkommen irrelevante Aussage. Diese anderen notleidenden Menschen mag man aus dem Internet oder der Tagesschau kennen, persönliche Bedeutung haben sie eher weniger. Mit diesen Menschen vergleicht sich niemand.

Innergesellschaftlich – mit Blick auf Deutschland – geht es vielen Menschen schlecht. Dass in Afrika, Indien oder sonstwo auf der Welt Hunderttausende an Hunger oder unnötigen Krankheiten sterben, lässt sich nicht als Erklärung oder Begründung dafür einsetzen, dass hier im Winter Hunderte Obdachlose erfrieren oder Tausende Kinder ohne Frühstück in Schule oder Kita gehen, weil das Geld am Ende des Monats nicht mehr reicht.

Dass die Schere zwischen Arm und Reich auch in Deutschland immer weiter aufgeht, dass immer mehr Menschen von ihrem Arbeitslohn Miete und Leben nicht oder kaum mehr bezahlen können, ist ein Skandal angesichts des Reichtums dieser Gesellschaft, der sich allerdings in den Händen immer weniger Menschen akkumuliert. [1]

Dass dann bei vielen der Eindruck entsteht, Politik und Wirtschaft hätten sich interessensmäßig und vom eigenen Selbstverständnis her längst von einem Großteil der Bevölkerung abgekoppelt, ist zumindest verständlich.

Die Sorge um die eigene Zukunft

Die Komplexität unserer Gesellschaft wie der Wirtschafts- und Politikstrukturen ist offensichtlich, sie zu benennen, inzwischen eine Allerweltsweisheit. Bedenklich aber ist, dass das Ärmer Werden der Armen und das Reicher Werden der Reichen ebenso wie das Schrumpfen der Mittelschicht für viele nicht mehr abstrakt, sondern Erfahrungswirklichkeit ist (vgl. hier auch die Diskussionen und Verlautbarungen des DR zum Thema Alleinerziehende).

Dass vor diesem Hintergrund Menschen Angst vor sozialem bzw. wirtschaftlichem Abstieg haben, ist verständlich. Denn offensichtlich funktioniert das Umverteilungssystem der sozialen Marktwirtschaft längst nicht mehr, wie es sollte. Gleichzeitig lassen sich einfache Erklärungen für dieses Phänomen nicht geben. Und komplizierte Erklärungen sehen für viele schon wieder nach »Entschuldigung« aus. Vor diesem Hintergrund wird für viele Menschen die eigene Situation und die Perspektive auf die nähere und fernere Zukunft zum Rätsel.

Hier nun schlägt die Stunde der Vereinfacher, die mit allerlei Verschwörungstheorien oder »Ismen« die Welt zurecht erklären.

Umgehen mit Ängsten

Die einfachste und zugleich eine zunächst wirksame Art mit der Erfahrung des Unterlegen Seins bzw. mit der daraus entstehenden Angst umzugehen, ist deren Übertragung oder Projektion auf etwas Anderes oder jemand Anderen. Das gilt erst recht, wenn die Verursacher der Angst nicht bekannt oder jene, die meine Unterlegenheit zu produzieren scheinen, nicht greifbar/angreifbar sind.

René Girard (Das Heilige und die Gewalt, Der Sündenbock etc.) beschreibt ein solches Angstauflösungsverfahren als ein Verfahren zur Herstellung von Sündenböcken [2], auf die sich dann alles Ängstigende abladen lässt. Girard beschreibt dieses Verfahren als ein dreistufiges:

a) Jene Menschen, auf die sich das Verfahren richtet, müssen als besondere (Gruppe) erkennbar sein oder erkennbar gemacht werden.
b) Sie werden als sittlich/moralisch minderwertig etikettiert mit Hilfe bekannter Methoden: Zuschreibung von Inzest, Brunnenvergiftung etc. – in alten Zeiten; heute eignen sich sog. Fake-News hervorragend dafür.
c) Diese Menschen(gruppen) dürfen nicht im Besitz von Macht sein bzw. sie dürfen keine starke Lobby haben.

Am Ende kann dann die Eliminierung der entsprechenden Menschen(gruppe) stehen, womit nach der Logik des Sündenbock-Verfahrens das Problem gelöst ist. Dass das tatsächlich nicht der Fall ist, macht das Verfahren als Prozess nicht ungefährlicher.

Populismus: ein Wort als Verständniskategorie oder Totschlag-Argument

Inzwischen fällt oft genug das Wort »Populismus«, wenn es um derartige Projektionen und Vereinfachungen geht. Und »Populismus« ist ein abwertender, ein Negativ-Begriff. Dabei galt doch einmal in römischen Zeiten »vox populi vox dei«, die Stimme des Volkes (so wird meist übersetzt),ist die Stimme Gottes. Gemeint war stets etwas Anderes: Nicht das gesamte Volk, sondern ein Mann aus der Plebs, so die Meinung, könne gerade aufgrund seiner Nicht-Bildung zur Stimme eines Gottes werden.

Das hat mit dem, was wir heute Populismus nennen, wenig zu tun. Entscheidend wird sein, dass wir nicht jede System-Kritik, und mag sie noch so wohlfeil sein, sofort als Populismus diffamieren. Deswegen braucht es einen klaren Begriff davon, was Populismus ist:

Populisten sind Menschen, die behaupten, sie allein kennten die Meinung des Volkes. Sie brauchen das Volk auch gar nicht zu befragen, weil sie schon längst wissen, was das Volk bewegt. Entsprechend sind alle, die dem nicht zustimmen, Volksverräter.

Dass eine solche Position alles andere als demokratisch ist, liegt auf der Hand.

Es kommt ein zweites Merkmal dazu. Das ist das Merkmal der Exklusion. Jeder Mensch, der nicht aufgrund seiner Kultur, seines Blutes, seiner Religion (die Definitionsgründe sind ausbaubar) zum Volk gehört, muss dieses Volk verlassen. Dazu gehören eben alle, die der Volksdefinition nicht entsprechen. Und da das Volk (also die selbst berufenen VertreterInnen) weiß, was zur Volkskultur gehört, entscheidet auch darüber, wer dazu gehört und wer nicht.

Wer sich derartige Perspektiven zu eigen macht, darf nun wirklich als Populist und damit auch als Antidemokrat gelten. Alle anderen aber, die Sorgen artikulieren und aus Ängsten, wie berechtigt sie sein mögen, auf die Straße geht, ist erst einmal kein Populist, wohl aber ein möglicher Empfänger populistischer Botschaften.

Gezielte (Des-)Information

Der gegenwärtig wahrnehmbare Populismus, produziert bewusst Sündenbock-Verfahren. Gezielt wird auf Menschen mit differierender Hautfarbe und mit anderen Verhaltensweisen (muslimische Herkunft), als sie der sog. Mehrheitsgesellschaft eigen sind. Diese Menschen sind offensichtlich erkennbar im Straßenbild. Um sie etikettieren zu können, genügen Falschmeldungen oder erfundene Stories (wie z.B. von der Vergewaltigung einer 17jährigen durch einen Flüchtling in Bayern). »Echte« Ereignisse, die auch im Nachrichtenmainstream berichtet werden, sind noch besser. Und so ist es durchaus in der Linie, wenn etwa die AfD die sog. Flüchtlingswelle oder auch die tatsächlich ekelhaften Ereignisse der Silvesternacht 2016 als Geschenk für sich empfindet.

Jede Straftat von Menschen islamischen Glaubens und erst recht jeder Terrorakt, der von Menschen muslimischer Herkunft verübt wird, ermöglicht umso mehr die Kennzeichnung und dann Etikettierung der gesamten Gruppe dieser Menschen als verdorben und moralisch inkompetent, zumindest aber als nicht »zu uns« gehörig. Und es hilft nichts, darauf hinzuweisen, dass die Zahl der Straftäter unter den syrischen Flüchtlingen nicht größer ist als in der Durchschnittsbevölkerung: Sie sind stärker wahrnehmbar, wenn man darauf fokussiert wird.

Von Eliminierung im Sinne von Vernichtung spricht die Mehrzahl der Populisten vor dem Hintergrund der jüngsten deutschen Geschichte nicht oder noch nicht. Teile aber versuchen sich bereits daran, indem sie z.B. Flüchtlingswohnheime in Brand stecken oder körperliche Gewalt gegen diese »Anderen« ausüben. Gleichzeitig hat sich in breiten Teilen der populistischen Bewegung längt eine Hasssprache etabliert, werden Bilder benutzt, die Vernichtung und Tod durchaus einbeziehen (Politiker am Galgen etc.). In breiten Teilen der populistischen Bewegung gibt es für das Wort Eliminierung ein anderes Wort: Abschiebung.

Noch machen Verführer und Verführte des Populismus »nur« etwa ein Fünftel der Bevölkerung aus. Es handelt sich also um eine – allerdings starke – Minderheit. Diese braucht, um sich abzugrenzen und die eigene Identität zu gewinnen und zu wahren, weitere Feindbilder.

Die Wahrnehmung, dass für die Hinzugekommenen, Flüchtlinge, Migranten etc., jederzeit finanzielle Mittel bereitgestellt werden, dass man sich politisch um diese sorgt und dafür die eingeborene Bevölkerung darben lässt, trägt zu solchen Feindbildern bei und schafft weitere Polarisierungen innerhalb unserer Gesellschaft, die inzwischen bis in die Kirchengemeinden hineinreichen.

Die von Populisten im einzelnen benannten Feinde sind zahlreich, drei seien hier aufgeführt:

  •  die Lügenpresse (also Journalisten der bekannten Zeitungen und Nachrichten-Magazine), die recherchiert, nachfragt, scheinbare Selbstverständlichkeiten nicht akzeptiert, die manchmal Erklärungen anbieten, häufig aber auch keine hat,
  •  die etablierten Parteien (das »System«), denen unterstellt wird, Deutschland in der bisherigen Form abschaffen zu wollen (Sarrazin). Sie werden als Vernichter des Abendlandes benannt, als Volksverräter (das Wort war schon einmal in grauslicher Funktion), als Verkäufer Deutschlands. Besonders beliebt sind als Feindbild die Grünen und alle, denen man nachsagt, dass sie mit der 68er-Bewegung im Bund stehen.
  •  die Wissenschaften, soweit sie zu anderen Ergebnissen und Einsichten kommen, als die eigene Weltsicht vorgibt.

Weder die populistischen Verführer noch die Verführten kommen allesamt aus Unterschichtsbereichen; für viele, gerade auch aus der Mittelschicht, ist die populistische Bewegung der Ort, an dem sie endlich sagen dürfen, was sie sich früher zu sagen nicht getraut hätten. Gerade für jene, die Strukturen lieben und brauchen, denen Routinen Erleichterung des Lebens sind ist jegliche Veränderung ein Gräuel. Und für viele ist die Vergangenheit der Bonner Republik, die D-Mark und der kalte Krieg, als doch alle noch wussten, wo der Feind steht, ein paradiesischer Ort. Wachsende Pluralität hingegen wird als Bedrohung wahrgenommen.

Und nun?

Wenn es um den Versuch gehen soll, Gegenmittel gegen den »Populismus« zu finden, dann ist neben den genannten Aspekten noch einmal nach innergesellschaftlichen, wirtschaftlichen etc. Hintergründen zu fragen, die Menschen solchen Bewegungen zutreiben.

Hier geht es dann nicht mehr nur um die bereits benannten Ursachen: die Schere zwischen Arm und Reich, die Abstiegssorgen, die grundsätzliche Angst vor Veränderungen etc. Hier geht es nun vor allem um die Fragen, warum Menschen mit ihren Verlusterfahrungen und -ängsten, ihrem Mangel an Lebensmöglichkeiten und Sinnerfüllung sich ausgerechnet populistischen Gruppierungen zuwenden. Es geht auch um die Fragen, warum Kinderarmut, Bildungsbenachteiligung oder Ghetto-Bildung in den Städten politisch in Kauf genommen und von den Regierenden und auch der Wirtschaft nicht deutlicher zum Thema geworden sind, warum also den Menschen, die da leiden und gelitten haben – wie auch immer, kaum jemand richtig und konsequent zugehört hat, als ihre Stimmen noch leise waren.

Wenn zu einem demokratischen System auch eine erfahrbare Form von Partizipation gehört, dann gehört die Ermöglichung solcher Partizipation in allen gesellschaftlichen Teilsystemen zu den vornehmsten Aufgaben derer, die als Vertreter gewählt und derer, die in der Exekutive operationalisiert zu arbeiten haben.

Jedenfalls ist in breiten Bevölkerungsschichten der Gedanke gewachsenen, dass die jeweils politisch Verantwortlichen nicht unbedingt das Allgemeinwohl im Auge haben. Insofern kann dann schon der Eindruck entstehen, dass einfache Bürger politisch relativ machtlos sind – solange sie nicht laut schreien und sich Parteien oder Ideologien zuwenden, die den Regierenden nicht genehm sind. Die Kritik daran ist alles andere als populistisch.

Die tatsächliche Komplexität von Politik, Wirtschaft und Finanzwelt, von Wissenschaft und Gesellschaft insgesamt darf jedenfalls nicht den Eindruck erwecken, dass einzelnen Bürgerinnen und Bürger keine Handlungskompetenz haben, dass gerade die Menschen, die vielleicht besonders betroffen sind oder auch sich einfach beteiligen wollen, sich von möglicher Partizipation ausgeschlossen fühlen.

Mit Verboten und Moral sind Menschen heute aber nicht mehr zu gewinnen, erst recht nicht, wenn sie womöglich die Moralität der Wegweisenden selbst in Frage stellen.

So richtig die hinter den Weisungen stehenden Ideen sein mögen – darum geht es hier nicht: In Moral und Gebot/Verbot gegossen wirken sie nur noch abstoßend, erst recht wenn damit auch noch Sprachregelungen und Handlungsanweisungen verbunden werden. Das gilt zumindest für jene, denen das Gebotene nicht ohnehin Lebenshaltung ist.

Offensichtlich hat die Politik nicht damit gerechnet, dass nach Mauerfall und Auflösung der sozialistischen Idee/Ideologie emotionale, visionäre, perspektivische (also Hoffnungs-) Bedürfnisse weiterbestehen. Offensichtlich haben auch die Wissenschaften und jene, die aus ihnen ihre Perspektiven ableiten, nicht so recht bemerkt und wahrhaben wollen, was doch schon Wittgenstein früh formuliert hat, dass nämlich, selbst wenn alles, was der Fall ist , benannt und beschrieben ist, fürs eigene Leben noch nichts gewonnen wurde. Es geht also um die Frage der Kultur unserer Gesellschaft.

Mit Kultur ist hier nicht die Elbphilarmonie gemeint, auch nicht das neueste Kunstmuseum, das geschlossene Theater oder die Zusammenlegung von Rundfunkorchestern… Auch Religion und Sprache sind nicht gemeint. Unter Kultur wird hier die Gestaltung des Miteinanders in unserer Gesellschaft, der Kommunikationsstrukturen und der Pflege einer humanen Sprache, der Ermöglichung von Partizipation und Inklusion verstanden.

Voraussetzung dafür ist eine Bildung, die nicht funktional auf Wirtschaft und Arbeitswelt ausgerichtet ist und nicht in Multiple-Choice-Verfahren und Auswendiglernen aufgeht, eine Bildung also, die den Menschen meint und ihn begleitet in seiner eigenen Entwicklung, eine Bildung also, die auch  auf eine Gesellschaft zielt, in der Entwürfe eines humanen Lebens lebbar sind.

Eine Aufgabe für Christen

In einer demokratisch organsierten Gesellschaft darf jeder Mensch mit Alleinvertretungsansprüchen sich äußern. Selbstverständlich auch Populisten. Und es ist vielleicht sinnvoll, zuzuhören, um wirkliche Defizite erkennen und antidemokratische oder Menschen verachtende Sprüche und Programme abwehren zu können.

Christen aber sollten wissen, dass in jedem Menschen ein Gottesfunke glüht, das jeder und jede Einzelne Gottesbild ist.

Und wenn wir einen Mangel an Zukunftsperspektiven und Hoffnung wahrnehmen, dann kann es uns nur darum gehen, dann ist es unsere Aufgabe, hier fürsprechend und als Angebot unsere Hoffnungen zu benennen und zu begründen. Exklusion gegen wen auch immer gehört nicht dazu.

Als Christen müssen wir deutlich machen, dass unsere Sehnsucht nicht einer angeblich paradiesischen Vergangenheit gehört, sondern einer uneinholbaren und unvorstellbaren Zukunft, die immer anders sein wird als alles, was wir uns vorstellen. Das gilt es zu erzählen. Und das gilt es auch zu leben. Ohne Angst vor Widerstand. Ohne Sorge, nicht gehört zu werden. Einfach so…

Dr. Michael Krämer

[1] Auch wenn der gerade erscheinende Armutsbericht der Bundesregierung das zu leugnen versucht – verständlicherweise im Wahljahr.
[2] Zur Erinnerung: Sündenböcke waren Tiere, denen vom Priester im alten Israel die Sünden des Volkes aufgeladen und die dann in die Wüste getrieben wurde.